Einladung zu Erfahrungs- und Gedankengut

family_pixabay_longleannaEinladung zu Erfahrungs- und Gedankengut von mir als 58 jähriger Heilpraktikerin, Krankenschwester und Mensch

Oft höre ich sagen
„ich möchte wenn ich alt werde niemanden zur Last fallen.“
„Meine Kinder, Angehörige, Freunde haben keine Zeit, sie haben ihr eigenes Leben.“

„Ist das wirklich so?“ frage ich mich.

„Ich gehe ins Heim, dann muss sich niemanden verpflichtet fühlen mich zu pflegen.

Das will ich meiner Familie und meinen Freunden nicht antun.

Ich lasse mich einäschern, dann muss niemand an meinem Grab sitzen oder das Grab pflegen.“

„Ist das wirklich so?“ frage ich mich einmal mehr.

Und dieser Unterton, den ich meine herauszuhören. Und das eigenartige Gefühl, das mich überfällt wenn ich das höre.

Oft habe hört es sich in meinen Ohren nicht wahr an.

Ich nehme wahr wie sich etwas in mir zusammen zieht. Fast will etwas in mir sagen: „Glaubst Du etwa selbst das, was Du da sagst?“

Kannst Du Dir vorstellen, dass Du dadurch Deinen Nachfahren, Deinen Freunden, Deinen Bekannten nicht die Chance gibst, die Fähigkeiten für Fürsorge, Einlassen, Geduld, Aushalten, Vertrauen und Glauben zu üben.

Wir beschweren uns, dass die Welt liebloser wird; was tun wir dafür, dass es liebenswerter wird?

Wo sollen diese Kinder, Menschen das lernen, im Iphone oder Ipad, im Fernseher, in einer virtuellen Welt? Dort wo es keine Zeit und keinen Platz gibt?

„Gibst du den Anderen die Gelegenheit, die Erfahrung zu machen, dass auch das Unmögliche möglich sein kann?“

Ich habe erlebt wie es Kindern, Freunden, Bekannten gut getan hat. Wie es manchmal anstrengend war und sie gestärkt hat, als kraftvolle Menschen herausgegangen sind.

Ich habe dies in meinem Leben oft genug erleben dürfen, dass das Unmögliche möglich ist.

Wie froh Kinder im Nachhinein waren, die Angehörigen zu Hause gepflegt zu haben.

Wie der Friedhof so manches Mal der einzige ruhige Platz zum Loslassen und Erzählen ist. Ab und zu Mal Reve passieren lassen.

„Woher nehmen wir die Arroganz, unseren Nachfahren ihre soziale und emotionale Fort und Weiterbildung vorzuenthalten?“

Wem wollen wir etwas vorenthalten, den Menschen in unserer Nähe oder uns selbst?

Was befürchtest Du?

Weißt Du, es hört sich so an, als gehe es gar nicht um den anderen sondern um Dich: „Bloß nicht noch einmal und mehr enttäuscht werden“ „Bloss den anderen nicht zu viel werden.“

Vielleicht werden wir dann trotzig und wollen uns beweisen, dass wir niemanden brauchen, oder wir suchen nach Dingen, die der Andere falsch macht.

Behandeln diesen Menschen vielleicht schlecht.

Natürlich, vielleicht um uns zu schützen, damit der Schmerz und die Enttäuschung nicht so groß ist.

Gehe in Dich hinein, höre auf Deine innere Stimme, geht es wirklich um den anderen?

Erlaube es Dir!

Geht es nicht vielmehr um Dich?

Fehlt Dir vielleicht das Vertrauen, dass in Deiner Not jemand für Dich da ist?
Welche Überzeugungen nähren Dein Verhalten?

Fehlt es Dir vielleicht an Akzeptanz, dass der andere es ein wenig anders macht als Du?

Denkst Du im Leben schon was die anderen nach Deinem Tod an Deinem Grab denken könnten?

Werde Dir bewusst, das all das trennt statt zu verbinden.

Fühle in deinem Herzen, mit wem Du über Deine Ängste und Sorgen reden kannst und tue es.

Stell dir vor, da ist jemand dankbar wenn er Dir einen Teil von dem wiedergeben kann, was Du zuvor gegeben hast?

Oder hast Du nichts gegeben und bist Du es nicht wert geachtet, respektiert, gepflegt und geliebt zu werden?

Zu Hause, in Deiner vertrauten Umgebung. Inmitten Deiner Ordnung und Deinen Gerüchen. Hast du in diesem Haus /dieser Wohnung Deine Kräfte gesammelt, Deine Pflanzen gegossen, Deine alten Bilder angeschaut. Bücher mal wieder ausgekramt und gelesen? Mit Menschen gelebt, geliebt, gestritten.

In diese Küche, wo Du nach Deinem Geschmack gekocht hast. Ich lebe in meiner Wohnung seit 30 Jahren. 30 Jahre Geschichte mit Gedanken, Geräuschen, Gefühlen, Gerüchen und Geschmäckern.

Ganz individuell, meins, vielleicht noch unser.

Weißt Du, all das ist möglich, auch im Alter und im Sterben.

All das ist möglich in Deinem eigenem Heim.

Erwarte nicht alles von einen Menschen, dies wird denjenigen vielleicht überfordern. Rede mit Deinen Angehörigen, mit Deinen Freunden, vielleicht gar Bekannten.

Wer kann was am Besten? Wer tut was am liebsten?

Der eine kocht lieber, der andere geht lieber einkaufen, der eine hilft dir beim putzen, wieder der andere macht mit Dir Kultur oder fährt mal mit Dir ans Meer. Noch ein anderer kümmert sich um Deine Finanzen.

Und eins sage ich Dir, gerade in der heutigen Zeit, wo es drunter und drüber zu gehen scheint, gibt es unglaublich viele Menschen, die bereit sind ehrenamtlich anderen Menschen zu helfen.

Vielleicht weil sie wahrnehmen, wie Werte verloren gehen. Vielleicht sind es Menschen wie ich, die angefangen haben ehrenamtlich zu arbeiten um nicht verrückt zu werden weil die Selbständigkeit nicht lief.

Heute mache ich weiter, weil ich dankbar und voller Liebe bin, mit dem Bewusstsein, dass wenn ich dieses Wunderbare in mir nicht nach Außen bringe, ich innerlich verbittere.

Je mehr ich gebe, desto mehr kommt zurück.

Und hier sind wir auch schon bei Menschen die alleine in einem großen Zuhause geblieben sind. Ich komme viel rum und sehe viel. Ganze Häuser haben Menschen für sich allein. Möchten am liebsten zu Hause bleiben. Ihre Kinder und Enkel arbeiten und studieren oft weiter weg.

Gehörst du zu so einen Menschen?

Möchtest du in Deinen eigenen Räumen bleiben?

Dein Balkon, Deinen Garten, einfach Dein Zuhause bis zu Deinem Tod genießen?
Mit Deinen / Euren Gerüchen, Gefühlen, Geschichten.

Es ist möglich.

Erinnere Dich an Zeiten, wo Du kreativ und flexibel warst oder noch bist.

Was brauchtest Du für Eigenschaften, um Deine Ziele zu erreichen? Vielleicht dieses Zuhause zu halten?

Brauchtest Du vielleicht Vertrauen, Glaube, Geduld, Begeisterung, Willen, Neugier, Wagnisbereitschaft?

Dies brauchst Du jetzt, wenn Du in Deinen Räumen bleiben möchtest, Du nicht in ein Altersheim oder eine Pflegeresidenz gehen möchtest.

Immer wieder erlebe ich Menschen die ihr Zuhause verlassen müssen, weil es angeblich nicht mehr geht, und dann? Nach ein paar Wochen werden sie apathisch, oft sterben sie nach ein paar Monaten.

Ich rede nicht von Personen, die sich mit 50 und sich entschlossen haben in eine Wohnanlage zu ziehen, wo es Angebote wie Theater, Ausstellungen usw. gibt.

Es gibt neben den herkömmlichen auch andere Modelle.

1) Du kannst noch mit anderen älteren Damen/ Herren zusammen wohnen, vielleicht eine oder zwei, so eine Art Wohngemeinschaft. Jeder von Euch kann etwas anderes, so dass Ihr Euch ergänzt.

Du suchst Dir diese Menschen selbst aus. Du entscheidest, mit wem Du zusammen leben möchtest. Vielleicht hilft Dir Deine Familie dabei. Vielleicht ist es jemand, den Du schon lange kennst und dem es genauso geht wie Dir. Rede darüber und miteinander. Trau Dich.

Wir werden so krank und so schmerzbeklagt, weil uns im Alter die Nähe zu anderen fehlt. Oft auch die Berührung. Damit meine ich wirklich Nähe, vertrauensvoll und nährend.

Ein Pflegedienst, der heute nur nach Leistung arbeitet, kann es nicht mehr so wie zu früheren Zeiten auffangen. Und ich weiß wovon ich rede, denn ich habe nicht nur in der Intensivmedizin, sondern auch oft in Pflegeeinrichtungen wie im ambulanten Dienst gearbeitet.

2)Du kannst aber auch für Dich alleine bleiben, Dich von ehrenamtlichen und ambulanten Pflegediensten unterstützen lassen.

3)Es gibt Menschen, diese lassen sich von Personen oder Pflegerinnen in ihrem Eigenheimen pflegen.

4)Wenn machbar, zieht für eine begrenzte Zeit ein Familienmitglied, ein Freund oder Bekannte mit ein oder Du ziehst zu ihnen.

5) Du kannst auch Tauschgeschäfte machen, freies Wohnen gegen Pflege

Wichtig ist, dass Du Dir erlaubst ein ehrliches, menschenwürdiges, achtsames, respektvolles Leben zu leben.

Dass Du für Dich bestimmst, was für Dich Lebensqualität bedeutet?

Damit, du im Sterben sagen und fühlen kannst:
„Ich habe auch für mich das Beste gegeben.“

Möchten Sie Ihrer Situation entsprechend ein lebensgerechtes Umfeld in Ihr Zuhause bringen, um die Lebensqualität zu steigern?

Ich berate Sie gerne.

Dies kann ein Umstellen von Gegenständen sein, Besorgen von Hilfsmitteln, platzschaffende Maßnahmen, Einbeziehung von Verwandten und Bekannten,
Beratung in der Ernährung und dessen Ergänzung sein.

Fällt Ihnen mehr ein, lassen Sie uns kreativ und flexibel für mehr Lebensqualität sein.

In Liebe
Anna Domenica Lanci

 

 

Bild: longleanna

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