Interview

Anna-Domenika-LanciEin Gespräch mit der Heilpraktikerin und Gesundheitspflegerin Anna Domenica Lanci

1) Wie bist du Heilpraktikerin geworden?

Es war mein Jugendtraum, und bis zum Jahre 1990 vergessen und vergraben. Viele Umwege und zum Schluss Krankheiten haben mich zurück zu meiner Berufung gebracht. Erst 1996, nach meiner Genesung durch die Homöopathie und als staatlich anerkannte Heilpraktikerin, erlaubte ich mir, meine Berufung zu leben.

Ich wusste immer, dass Eigenschaften in mir sind –  wie z.B. meine Intoleranz, meine Unakzeptanz, mein Werten, meine ungenügende Art und Weise zu Kommunizieren -, die meine Lebenskraft schwächen. Die Welt außerhalb von mir ist nur der Auslöser oder das Spiegelbild zu meinem Inneren, welche ich mich weigere, mit all meinen Sinnen zu erfassen.

So spiegelt die Intoleranz von außen mir meine eigene Intoleranz wider. Diese Eigenschaften machten mich krank. Ich wollte und will mich heilen, immer mehr. Ich bin verantwortlich. Ich will wissen wie. Für mich. Dieses kommt auch meinen Klienten zugute, indem es ihnen Mut macht. Erkenne ich mich, bin ich in der Lage dich zu erkennen.

2) Was bedeutet für dich dein Beruf als Heilpraktikerin?

Liebe zum Menschen und unserem Universum. Der Glaube, das Vertrauen und die Neugierde an Veränderung. Stärkung der Lebenskraft durch Genesung von Körper, Geist und Seele. Gerade da, wo wir stehen. Durch meine Arbeit mit chronisch Kranken und Sterbenden mache ich immer wieder die Erfahrung, dass der Heilungsprozess in jedem Abschnitt des Lebens möglich ist.

Heilung im Sterben kann die Annahme von Hilfe sein, die den Tod erleichtert und den Schmerz verringert.

Mein Beruf als Heilpraktikerin bedeutet für mich Professionalität, Empathie und individuelle Zeit, um mich auf den Menschen einzulassen. Er beinhaltet die Zeit der Beobachtung, die Zeit der Berührung und die Zeit des Handelns.

Mit meinem Klienten zusammen die Ressourcen erkennen, uns von diesen Ressourcen berühren lassen, und durch das tägliche Üben in Lebenskraft umwandeln. Uns die Zeit und den Raum geben, die wir brauchen, um das Beste für die Genesung der Lebenskraft zu erfüllen. Mich auf den Menschen einlassen, bevor ich ihn persönlich treffe, seine Umgebung miteinzubeziehen, wenn dieses gewünscht wird.

Als Heilpraktikerin ist mein Fokus Ziel- und lösungsorientiert tätig zu sein.

Der Glaube an meine Berufung ist das Fundament, das mir den Mut gibt, ungewöhnliche Wege in der Behandlung zu gehen.

3) In welchen Bereichen wendest du deinen Heilpraktikerberuf an?

Da es mir darum geht, die Lebenskraft zu stärken, behandle ich jeden Bereich, den der Mensch, der mich aufsucht, wünscht, und jeder übernimmt seinen Teil der Verantwortung.

Meine Behandlungen sind vorbeugend, begleitend zur Schulmedizin oder für sich allein. Sie beziehen sich auf die körperliche, die seelische und die geistige Ebene. Es kommen Menschen zu mir, die nach einem langen durchgegangenen Weg der Schulmedizin, oft hilflos und resigniert sind. Die Verzweiflung lässt sie nach neuen Wegen suchen.

Es kommen Menschen zu mir:

  • die zu Hause und mit ihrer Familie die Krankheit durchleben möchten.
  • Eltern kommen zu mir, deren Kinder in diesem System viel zu schnell mit Diagnosen abgestempelt werden, z.B. Hyperaktivität
  • Menschen mit akuten und chronischen Erkrankungen
  • Jugendliche
  • Menschen, die ziellos sind.
  • Suchtgefährdete
  • Werdende Mütter

Ich bin neugierig und glaube daran, dass es einen individuellen Weg gibt. Das macht mich offen, flexilbel und kreativ  für das, was in meiner Berufung auf mich zukommt.

Ich kenne meine Grenzen und gebe ab, an dem Punkt, an dem mir oder meinem Klienten Grenzen gesetzt sind.

4) Worauf hast du dich spezialisiert?

Ich habe mich auf Klassisch-Psychologische Homöopathie, auf energetisch-organorientierter Ganzkörperheilmassage, Ernährungsberatung und Zielumsetzung spezialisiert.

5) Was wünschst du dir von deinen Klienten?

Offenheit, Ehrlichkeit und den Mut, die Verantwortung für die eigene Lebenskraft zu übernehmen und die Mitverantwortlichkeit an unserer gemeinsamen Arbeit. Wir sind ein Team.

Ich wünsche mir, dass wir den Gedanken in uns wachsen lassen, dass wir uns immer entscheiden, egal, was wir tun oder lassen. Dass sie vertrauensvoll ihre Kreativität zulassen. Ich wünsche mir, dass sie sich immer mehr trauen, an sich zu glauben, zu hoffen und sich zu vertrauen.

Dass sie sich selbst gegenüber gütiger und wertfreier werden. Dass sie sich selbst verzeihen können. Das sie das Göttliche in sich immer mehr zu lassen können.

Dieses sind auch meine eigenen Herzenswünsche.

6) Welche Ziele verfolgst du mit deinen Klienten?

Ziele sind individuell. Diese Ziele erarbeiten wir gemeinsam. Ziele erweitern sich und verändern sich. Ziele erfordern  Flexibilität und Kreativität.

Für eine 88jährige Dame, die eine Marmortreppe heruntergefallen ist, bedeutet Heilung, dass sie wieder ihre vier Etagen heruntergehen und ihre sozialen Kontakte pflegen kann. Oder dass sie die Angst vor der Marmortreppe überwindet.

Das Ziel der Arbeit mit einem Pubertierenden ist, die  Lebenskraft so zu steigern, dass er lernt, sich zu spüren, und dass er weiß, egal welchen Weg er geht – er geht ihn für sich, trotz des Drucks von außen. Er fühlt sich mit sich wohl und glaubt an sich.

Für einen gelähmten Menschen ist das Ziel, dass er nach einem Jahr wieder schlucken kann, und dass seine Lebenskraft ihm erlaubt, längere Zeit wach zu sein.

7) Wie siehst du die Zukunft der Naturheilkunde?

Hier einen Dank an die Veränderung des Gesundheitssystems. Das System ist immer weniger bereit, die Verantwortung für seine Bürger zu übernehmen. Die Menschen müssen immer mehr selbst für die Gesundheitskosten aufkommen, auch für die Nebenwirkungen, die die Medikamente verursachen. Wir sind verantwortlich für unser Handeln. Das bringt uns automatisch dazu, uns um unsere Gesundheit zu kümmern.

Es wäre doch dumm, wenn wir weiterhin schnell zu schulmedizinischen Medikamenten greifen, die zwar unsere Symptome lindern, dafür aber Nebenwirkungen mit sich bringen, gegen die wir noch mehr Medikamente nehmen müssen.

Viele Menschen geben jetzt schon mehr Geld für Medikamente als für Nahrungsmittel aus. Natürlich brauchen wir auch die Schulmedizin sowie andere Heolmethoden, die zum Erfolg führen.

Wir  begreifen immer mehr, dass wir selbst verantwortlich sind für die Ernährung, die Bewegung, die Tätigkeit, die wir ausüben und die Art und Weise, wie wir uns berühren lassen. Dass wir, jeder von uns individuell, für seine Art zu leben zahlt.

Wir begreifen immer mehr, dass wir älter werden und dabei auch lebendig, beweglich und in Freude leben wollen. Und dafür sind wir verantwortlich und bereit zu handeln.

8) Deine Behandlungen dauern bis zu 2 Stunden. Woher schöpfst du die Kraft um dich intuitiv, einfühlsam und konzentriert deiner Berufung hinzugeben?

Ich kann zu Anderen nur so exzellent sein, wie ich mir selbst gegenüber bin.

Das Wohlergehen meiner Familie und meiner Freunde gibt mir ein gutes Gefühl und erleichtert mir mein Leben.

Ich kommuniziere mit Menschen, die mir offen und achtsam ihre Meinung sagen.

Ich lerne immer besser die Meinung und Haltung Anderer zu tolerieren und zu akzeptieren. Die Einsamkeit in der Natur, das Schwimmen im See, das Aufschreiben meiner Gedanken bringen mir Klarheit, Ruhe, Frieden und Leichtigkeit.

Die Reflexion meines Selbst ist ein anderer Baustein. Sie unterstützt mich darin, mich so anzunehmen wie ich bin.
Die Bewegung auf allen Ebenen bewirkt in mir, mich fallen zu lassen und zu vertrauen, was in meinen Behandlungen nützlich ist.

Die Arbeit im Hospiz, alles was mich an meine Grenzen bringt, hilft mir, die Grenzen des Anderen zu tolerieren, zu akzeptieren.

Und, all meine Fort und Ausbildungen, die meine Weltsicht erweitern, denn je mehr ich weiß, um so mehr weiß ich was ich nicht weiß.

Der Glaube an das Göttliche, an meine Vision sowie mein Handeln, geben mir Kraft und Mut.

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